baugeschichte

Trotz verschiedenen Restaurierungen und baulichen Veränderungen bietet die Kirche noch immer das Aussehen eines romanischen Baues, der im wesentlichen ins 11. und 12. Jahrhundert zurückdatieren dürfte. Auch der südlich ans Kirchenschiff anschliessende Anbau - heute Sakristei - und der Turm gehören zu den älteren Bauteilen. Eine erste entscheidende bauliche Veränderung fand wohl im 16. Jahrhundert statt, als einige romanische Fensteröffnungen sowie das Ostfenster im Chor ausgebrochen und vergrössert wurden. Eine Rekonstruktion der ehemaligen Fensteröffnungen konnte 1953 vorgenommen werden, so dass die frühmittelalterliche Lichtführung heute lediglich durch das spätgotische Fenster am Ostende der Nordwand unterbrochen wird, welches ebenfalls wohl aus dem 16. Jahrhundert datiert. Zur Zeit der Reformation wurden auch die Malereien übertüncht und der Kirchenschmuck entfernt.

Aufgrund der im 17.Jahrhundert (1688) erfolgten Verlängerung des Kirchenschiffes nach Westen - der Anbau endet hart am abfallenden Gelände, musste der Haupteingang von der Westfront zur Südseite verlegt werden. Als Pendant zum neuen Portal wurde auf der Nordseite ein weiterer Zugang geschaffen. Alle späteren Arbeiten betreffen nur ergänzende Massnahmen oder reine Restaurierungsvorhaben. Was den Innenraum anbetrifft wurde bei der Restaurierung 1953/54 eine flache Holzdecke eingezogen und der Fussboden mit rötlichen Tonplatten ausgelegt, welche vermutlich aus dem Münster Schaffhausen stammen. An der Ostwand des Chores sind die Wappen des Klosters Allerheiligen(rechts) und das Schaffhauser Wappen (links) zu sehen. Ein zusätzlicher künstlerischer Akzent wurde 1977 durch das vom Bündner Künstler Gian Casty gestaltete Glasfenster mit dem gekreuzigten Christus gesetzt. 1979 konnten im Auftrag des Landesamtes für Denkmalpflege in Freiburg i.Br. an mehreren Fenstern die Malereien verschiedener Epochen freigelegt werden. Zu den wenigen erhaltenen Ausstattungsstücken aus früheren Epochen zählen auch die Epitaphien aus grauem Sandstein an der Nordwand und im Chorraum.


Im Jahr 2016 ist das Buch "Die Baugeschichte der Bergkirche St. Michael, Büsingen" erschienen. Informationen und Bezugsmöglichkeiten erhalten Sie nach einem Klick auf das Titelbild.

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